Erneute Information

Posted by derria7 on 03 Mai, 2009 01:16

Da mein zweiter Blog hiermit ebenfalls voll ist, gibt es fuer die letzten zwoelf Wochen meines Sabbaticals einen dritten und letzten. Zu finden ist er unter:

http://derria8.followmysteps.de

 

Viel Spass damit.

Daniela

Roatan

Posted by derria7 on 02 Mai, 2009 01:16

Roatan ist die groesste der honduranischen Karibikinseln. Sie ist ueber 50 km lang, misst jedoch an ihrer breitesten Stelle gerade mal 2 km. Es gibt Direktfluege aus den USA auf die Insel, weshalb sich hier auch etliche grosse Ressorts befinden und die schoenen Sandstraende dementsprechend von Touristen belagert sind. Ich selber fuhr mit dem Katamaran von Captain Mike hierher. Es gibt naemlich keine Faehrverbindung zwischen den einzelnen Bay Islands. Man muesste immer zurueck aufs Festland (nach La Ceiba) schippern und dort in eine andere Faehre umsteigen, was natuerlich extrem umstaendlich ist. Captain Mike bietet einen privaten Shuttle-Service fuer 50 Dollar an. Fuenf Stunden dauerte die Ueberfahrt von Utila aus. Sie war zwar etwas holperig (ziemlicher Wellengang), aber alle fuenf Passagiere kamen sicher in West Bay an (westlichster Ort auf der Insel, Backpacker-Zentrum).

Fuer Unterkunft und Verpflegung muss man auf Roatan mindestens das Doppelte bezahlen wie auf Utila. Ich selber kam fuer 26 Dollar in einem Einzelzimmer unter, wobei ich mir Kueche und Bad des kleinen Haeuschens mit zwei Paerchen teilen musste. Was aber ganz nett war, da man abends dann immer auf ein Bierchen zusammen sitzten konnte. Nach einem Tag Tauchen habe ich die Insel dann wieder per Fahrrad erkundet, fand ein Delfin-Gehege in Sandy Bay, wo ich mit den Meeressaeugern schnorcheln konnte (und nichts dafuer bezahlte, weil ich ausserhalb des Geheges blieb), und entdeckte die voellig einsame, aufgrund von Korallenriffen ziemlich unzugaengliche  Suedostkueste der Insel.

Ausserdem erlebte ich einen wunderschoenen Sonnenuntergang ueber der Karibischen See.

 

 

Utila

Posted by derria7 on 01 Mai, 2009 03:09

Utila ist eine ein bisschen groessere honduranische Karibikinsel. Groesser als jede Insel der Cayos Cochinos, meine ich. Insgesamt leben auf Utila an die 4000 Leute auf 42 Quadratkilometern. Dazu kommen noch einige hundert Taucher jaehrlich - nirgendwo in der Karibik kann man ansonsten fuer unter 20 Dollar abtauchen und den Fischen beim Schimmen zuschauen. Die Unterkunft ist mit 12 Dollar pro Nacht fuer ein Einzelzimmer mit eigenem Bad auch recht guenstig. Und in meinem Falle sogar recht ansehnlich in schoenem, tropischem Garten gelegen.

Die Einwohner fuehren ein ziemlich geruhsames Leben. Bei der Hitze hier und 90 prozentiger Luftfeuchtigkeit hat man sowieso nicht die Energie, sich viel zu bewegen...

Was man ausser Tauchen hier noch machen kann? Sich ein Rad mieten und die wenigen Wege und Strassen abfahren, die es gibt. Dabei kann man tatsaechlich ueber die Flughafen-Landepiste duesen - es kommt sowieso nur ein-, zweimal taeglich ein kleiner Buschflieger hier an. Also ist das Gelaende frei zugaenglich und voellig ungesichert... Die wenigen Straende, die es auf Utila zu entdecken gibt, sind allerdings meistens ziemlich verschmutzt.

Ausserdem kann man per Rad auch noch die einzige Muellkippe des Insel besichtigen, die im wahrsten Sinne des Wortes zum karibischen Himmel stinkt.

Eine Iguana (= Leguan)-Aufzuchtstation gibt es ebenfalls anzuschauen. Dort wohnt ein echt gruenes Chamaeleon.

Ja, und dann kann man noch mit den verschiedensten Booten rund um die Insel schippern und an privaten Straenden in Holzhuetten grillen.

Dabei kann einem auch mal ein kleiner Einsiedlerkrebs ueber den Weg laufen, den man dann ein bisschen aergert. 

Oder man sieht einem zutraulichen Pelikan beim Fischen zu.

Und entdeckt voellig neue Transportmoeglichkeiten fuer die gerade angetrunkene Flasche Bier, die angewandt werden muessen, wenn man beide Haende voll hat...

 

 

 

Honduras - Cayos Cochinos

Posted by derria7 on 30 April, 2009 03:38

Mein erstes Reiseziel in Honduras waren die "Cayos Cochinos", eine Gruppe von insgesamt 16 karibischen Inseln, die in etwa 17 Kilometer Entfernung vor der Kueste liegen. Die Fahrt dahin begann in Sambo Creek, in der Naehe von La Ceiba, und war ziemlich abenteuerlich. Das Boot, mit dem wir dahin schipperten, legte direkt vom Strand ab, wobei ihm zwei Einheimische helfen mussten, ins Wasser zu kommen. Einen Bootssteg gab es naemlich nicht.

 

Die Ueberfahrt dauerte dann nur etwas mehr als eine halbe Stunde. Dabei fuhren wir an fast allen Inseln vorbei, die teilweise ohne Vegetation waren (nichts Anderes als etwas groessere Sandbaenke), auf denen aber manchmal doch ein paar Palmen wuchsen.

Dann kamen wir in "Cayo Largo Arriba" an, einer der sechzehn Inseln. Sie war gerade mal 500 x 50 m lang und breit. Hier gab es zumindest einen Bootssteg zum Anlegen...

Sie gehoert wohl einem Kanadier, der sie vor zwanzig Jahre recht billig vom honduranischen Staat kaufen hat koennen. Jetzt vermietet er sie an Peter, Tony und Italo, drei Maenner, die hier eine Tauchbasis aufgemacht haben.  Ich war wohl einer der ersten Kunden. Die zwei Tage und die eine Nacht, die ich hier verbrachte, waren nur mit Tauchen und essen ausgefuellt.

Was anderes kann man hier sowieso nicht machen. Es gibt zwar Strom (Solarpaneele) fuer Licht, er reicht aber nicht um z.B. die Akkus von Kameras aufzuladen. Von Fernseher oder Computer ganz zu schweigen. Das Waschwasser besteht aus gesammeltem Regenwasser. Und weil es in der Karibik nicht so viel regnet, geht es im Sommer halt auch aus. Das heisst:  keine Suesswasserdusche mehr, nur noch Schwimmen im Meer zum Zwecke der Koerperhygiene. Trinkwasser und Lebensmittel muessen sowieso immer per Boot herangeschafft werden. Was wohl einiges kostet. Es war zwar ganz nett, diese Lebensumstaende kennenzulernen, aber laenger als zwei Tage wuerde ich es hier nicht aushalten wollen. Bin halt kein Robinson Crusoe... Wobei die Sonnenuntergaenge - oder hier der Sonnenaufgang - natuerlich schon atemberaubend sind.

 

Santa Clara und die Schweinebucht

Posted by derria7 on 30 April, 2009 02:43

Eines der wenigen kulturellen Highlights der Insel ist das Museum fuer Che Guevara in Santa Clara. Der Vorplatz ist ziemlich pompoes gestaltet - mit Aufmarschplatz und riesiger Che-Statue.

 

Das Museum war schon geschlossen, als wir ankamen, aber ich denke mal, da haben wir nicht viel verpasst. Wieder mal so ein Propaganda-Bau wie das Revolutionsmuseum in Havanna. Geschichte ist halt eine Hure und kann von jedem so gedreht werden wie er sie haben will....

Nach der Nacht in Santa Clara sind wir weiter Richtung Sueden ans Meer, in die Provinz Matanza. Dort kann man in Boca de Guama eine Aligator-Farm besichtigen, wo das endemische (also nur dort vorkommende) kubanische Krokodil gezuechtet und kommerziell verwertet wird.

Ausser Aligator-Steaks kann man dort auch Krokodil-Ledertaschen und sonstigen Kitsch erwerben. Ziemlich traurig, das Ganze. Genauso traurig wie das Transportwesen auf Kuba. Es werden naemlich gar nicht mal alle Orte vom oeffentlichem Verkehr angefahren. Ausserdem duerften Touristen die Busse fuer Einheimische auch gar nicht benutzen, sondern muessten sich jedesmal ein Taxi rufen, wenn sie an einen abseits gelegenen Ort fahren wollen. Das war uns zu teuer. Also sind wir gestoppt. Zunaechst mal hat uns ein Lastwagen kostenlos mitgenommen

 Danach mussten wir etwa einen Euro pro Nase bezahlen, um mit einem der alten, kubanischen "Dinosaurier" bis an unser endgueltiges Ziel zu gelangen, nach Playa Giron.

Playa Giron liegt an der "Bahia de Cochinos", der Schweinebucht, in der 1961 der Versuch einer Invasion von Exil-Kubanern fehlgeschlagen ist. Sie wollten Castro damals stuerzen und die Insel demokratisch machen. Hat nicht geklappt. Unter anderem, weil die USA den Kaempfern in letzter Minute die Luftunterstuetzung verweigert haben. Auf alle Faelle gibt es in Playa Giron auch ein propagandistisches Museum, das wir uns angeschaut haben. Da kann man die Waffen und die siegreichen Flugzeuge der kubanischen Armee bestaunen.

Ansonsten haben wir uns in der Schweinebucht eigentlich nur am Strand erholt. Genauso wie manche Vierbeiner.

Und einige - wie wir - unmotorisierte Kubaner.

Ausserdem sind wir mit ziemlich miesen, gemieteten Zweiraedern ein bisschen rumgeradelt, wobei wir einige "Zenoten" besichtigt (und in ihnen gebadet) haben. Zenoten sind kleine Pools, in die das Meerwasser durchsickert und in denen dann auch Fische zu finden sind.

 

 

Trinidad

Posted by derria7 on 22 April, 2009 05:59

Etwa vier Stunden suedoestlich von Havanna liegt Trinidad, ein ziemlich touristisches Oertchen mit historischer Innenstadt.

Wir uebernachteten hier in der Casa particular von Ruben del Pino, einem sehr netten Kubaner, der uns leckerstes Abendessen servierte - hier z.B. riesige Langusten fuer 8 Euro.

Ausserdem kann man in Trinidad eine Reittour ins "Valle de los Ingenios" unternehmen, wo sich riesige Zuckerrohrplantagen befinden.

 

Auch auf den Feldern hier wird noch ganz traditionell mit optisch sehr beeindruckenden Tieren gearbeitet.

 

Es gibt auf der fuenfstuendigen Tour einen Zwischenstopp an einem (wegen Regenmangels leider ausgetrockneten) Wasserfall, wo man aber trotzdem in einem natuerlichen Pool baden kann. Und nach der Rueckkehr faehrt man mit dem Leihrad an die "Playa Ancon", wo man seinen schmerzenden Hintern im karibischen Meer abkuehlen kann...

 

Cienfuegos und El Nicho

Posted by derria7 on 20 April, 2009 06:20

Von Vinales aus ging es sieben Stunden lang an Havanna vorbei nach Osten, bis zur "Perle der Karibik" Cienfuegos. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und kamen puenktlich zum Sonnenuntergang an, der die kolonialen Bauten an der Uferpromenade in fast unwirkliches Licht tauchte.

Hier kann man fuer vergleichsweise billiges Geld (etwa vier Euro) ziemlich feudal speisen, naemlich im "Club Cienfuegos", vor dem Segelboote ankern und wo Kellner im Kostuem einen mit aller Aufmerksamkeit bedienen, obwohl man schmutzige Trekkinghosen und offene Sandalen traegt...

Am naechsten Tag leisteten wir uns den Luxus eines Privattaxis nach "El Nicho", ca. eineinhalb Stunden von Cienfuegos entfernt im Escambray-Gebirge. Unser Taxi entpuppte sich als 28 Jahre alter Karren, der nach einer halben Stunde bergauf eine Verschnaufpause und neues Kuehlerwasser brauchte...

 

Am Ziel unseres Ausflugs erwarteten uns natuerliche Swimmingpools mit tuerkisblauem Wasser und idyllische Wasserfaelle.

Leider war gerade Ostersonntag und das ganze Gelaende etwas von Ausflueglern ueberlaufen, so dass wir etwas suchen mussten, bis wir eine geschuetzte, ruhige Stelle fanden. Aber dort liessen wir es uns dann den Rest des Tages gut gehen... 

Valle de Vinales - das Tal von Vinales

Posted by derria7 on 20 April, 2009 06:01

Vier Stunden Busfahrt westlich von Havanna befindet sich das Tal von Vinales. Die UNESCO hat es aufgrund der besonderen Natur zum Welterbe erklaert. Inmitten einzigartiger, runder Kalkhuegel (sogenannter "Megoten") wird einer der Schaetze Kubas angebaut: Tabak.

Die Pflanzen werden in primitiven Holzhuetten zum Trocknen aufgehaengt. Wenn man da vorbeigeht, riecht es wie zehn Zigarettenschachteln auf einmal.

Aus der ersten Ernte des Jahres werden allerdings keine Zigaretten, sondern Zigarren gemacht. Die rollen Arbeiter in Havanna noch per Hand,wobei sie wie im Zoo von den Touristen begafft werden. Wir haben uns das gespart. Stattdessen sind wir mit gemieteten Raedern durch das Valle de Vinales gefahren und haben uns die Feldarbeitlive angeschaut. Sie wird, wie zu Zeiten unserer Urgrossvaeter, noch mit Ochsen und Pfluegen betrieben.

Ausser der traditionellen Landwirtschaft kann man hier noch viele Kalksteinhoehlen besichtigen und  - natuerlich - in der karibischen Sonne schwitzen... 

Rund um Havanna

Posted by derria7 on 20 April, 2009 05:27

Worueber in Kuba gerne hinweg gesehen wird, ist die vorrevolutionaere Vergangenheit der Insel. Havanna liegt naemlich in einer geschuetzten Bucht und hat einen Hafen, der super verteidigt werden konnte. Gegenueber der Stadt haben die Spanier die Festung "El Morro Cabana" gebaut, die man ganz gut per Bus erreichen und von wo aus man einen guten Ueberblick ueber die Groesse Havannas gewinnen kann.

Ausserdem kann man dort alte Kanonen aus naechster Naehe betrachten.

Ganz in der Naehe befinden sich die ersten schoenen Karibikstraende der Insel, die wir besucht haben, die "Playas del Este".

Kuba - La Habana

Posted by derria7 on 19 April, 2009 05:27

Am vierten April verliess ich Suedamerika mit LAN-Chile und flog wieder auf die noerdliche Hemisphaere der Welt, in das letzte realsozialistische Land der Welt - Kuba.

Fidel Castro hat die Insel 1959 vom Diktator Batista befreit. Nach seiner geglueckten Revolution beging er allerdings den Fehler, die im Lande ansaessigen US-Firmen zu verstaatlichen, worauf die Vereinigten Staaten mit einem Embargo reagierten. Deshalb konnten die neuen Errungenschaften der Technik auf der Insel keinen Einzug halten. Man findet auf Kuba immer noch Wagen aus den 50er Jahren. Original sind sie allerdings nur noch in Teilen - alles, was an den Autos kaputt ging, wurde in improvisierter Bastelarbeit repariert. Die meisten Leute auf Kuba haben allerdings kein Auto. Weil oeffentliche Verkehrsmittel auch eher rar gesaet sind, gehen sie zu Fuss, trampen oder benutzen eines der aeltesten Transportmittel der Menschheit.

Was man auch finden kann, sind die gelben Coco-Taxis , motorbetriebene Dreiraeder, die einen fuer ein paar Pesos an jeden Ort der Stadt transportieren.

Die Hauptstadt Havanna ist ziemlich verfallen - schade. Die meisten Gebaeude stammen naemlich noch aus dem 19. Jahrhundert und sind echte Schmuckstuecke. Nur drei, vier Strassen und Plaetze in Havana Vieja sind einigermassen restauriert.

 

Weltbekannt ist auch der Malecon von Havanna, die Strasse, die an der Karibikkueste entlang fuehrt und ueber die bei windigem Wetter das Meerwasser schwappt.

Ein weiteres Wahrzeichen des Landes ist die Plaza de la Revolucion, ein scheusslicher, grosser Platz mit noch scheusslicheren Betonbauten drumherum, auf dem Fidel Castro (und auch Papst Johannes Paul II) grosse Reden geschwungen hat.

Hier befindet sich auch das Agrarministerium, fuer das Che Guevara mal verantwortlich war. Er war wohl ziemlich inkompetent und hat es waehrend seiner Amtszeit geschafft, dass auf der Zuckerinsel Kuba kein Zucker mehr aufzufinden war. Man dankt ihm seine Muehe mit seinem Konterfei auf der Fassade des Ministeriums.

 

 

 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10  vor»

Letzte Position

Weltkarte